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Für Autofahrer Aprilscherz, aber für Eisenbahn traurige Realität – Mehdorn wird nicht Chef der Autobahngesellschaft, Schiene weiter benachteiligt

2. April 2018 | Von | Kategorie: Pressemeldungen

Im Gegensatz zur gestrigen Meldung wird Hartmut Mehdorn nicht Vorsitzender der Bundesautobahngesellschaft. Es handelte sich um einen Aprilscherz des Fahrgastverbands PRO BAHN. Was kein Scherz ist: Die Eisenbahn und ihre Kunden werden in vielen Punkten weiter benachteiligt. Die Fahrgäste fordern daher, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Weder hat die Bundesregierung den ehemaligen Chef der Deutschen Bahn, der Airberlin und des BER zum Vorsitzenden der Bundesautobahngesellschaft gemacht noch erwartet man eine betriebswirtschaftliche Optimierung oder eine Dividende an den Bund. „Letztere beiden Punkte sind bei der Bahn aber der Fall, fair ist das nicht“, stellt Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, fest.

In unserer gestrigen Medienmitteilung haben wir viele Punkte angesprochen, die bei der Bahn real sind, deren Irrsinn viele aber erst erkennen, wenn man sie auf die Straße überträgt“, erklärt Lukas Iffländer, stellvertretender Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN.

Und tatsächlich: ICEs zahlen allein für die Nutzung der Schiene bis zu zweistellige Beträge, während PKW und Fernbus nebenan kostenlos fahren. In den Jahren seit der Bahnreform wurden unzählige Überholgleise – teils rechtswidrig – abgebaut, was die Betriebsqualität nachhaltig einschränkt. Während der Bund bei Autobahnanschlussstellen oft großzügig ist, wird von den Gemeinden erwartet, dass sie die komplette Zuwegung zu den Bahnanlagen selbst übernehmen und Unternehmen, die auf die Bahn verladen, zahlen horrende Beträge, allein damit das Gleis zu ihnen kommt.

Die EU ist auf der Schiene auch nur in Teilen angekommen“, beklagt Iffländer. Mit einem Auto kann man problemlos quer durch die EU fahren. Mit einem Zug ist das schwieriger. An den Grenzübergängen sind oft Bremsproben notwendig. Jedes Land hat andere Vorschriften zu Front- und Rücklampen der Fahrzeuge und die Zugsicherungssysteme sind nicht kompatibel. Die Mehrkosten für Lokomotiven, die für alle Anforderungen des Grenzübertritts ausgelegt sind, betragen oft über eine Million Euro pro Fahrzeug – ein extremer Wettbewerbsnachteil.

All dies ist den Menschen heute nicht mehr zu verkaufen“, ist für Naumann klar. „Die neue Bundesregierung muss deswegen jetzt handeln und diesem Irrsinn in Deutschland und europaweit ein Ende setzen und für faire Bedingungen sorgen.”

Kontakt:

Lukas Iffländer – 0176-66822886

Karl-Peter Naumann – 0172-2673784

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