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Nach 75 Jahren Kriegs(folge)schäden beheben! – Fahrgastvertreter fordern Sonderprogramm

8. Mai 2020 | Von | Kategorie: Pressemeldungen

Auch 75 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Europa trägt das deutsche Schienennetz noch dessen Narben und die der auf den Krieg folgenden Reparationsabbauten. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert ein Sonderprogramm, um diese Folgen endlich zu beheben. 

Nicht beseitigte Kriegs- und FolgeschädenAm 8. Mai 1945 endete mit der Kapitulation der Wehrmacht für Deutschland der zweite Weltkrieg. Große Teile der deutschen Infrastruktur lagen in Schutt und Asche. Ganze Strecken war zur Gewinnung von Kriegsmaterial abgebaut. Trotz immensere Wiederaufbauanstrengungen ist heute noch auf 355,8 Kilometer an Bahnstrecken der Ausgangszustand nicht erreicht. Dies trifft nicht nur kleinere Nebenstrecken, sondern zum Beispiel auch die Marschbahn nach Sylt – auf der 9 Kilometer des zweiten Gleises fehlen – und viele grenzüberschreitende Strecken. „Deutschland hat – richtigerweise – in der Vergangenheit viel Geld im Ausland investiert, um Kriegsschäden auszugleichen. Jetzt ist es an der Zeit, die letzten Schäden im deutschen Schienennetz zu beheben“, fordert Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN. „Dafür braucht es jetzt ein Sonderprogramm!“

Aber nicht nur direkte Kriegseinwirkungen sind noch zu spüren. Auch die Reparationsschäden nach dem Krieg sind noch nicht wiederhergestellt. „1141,7 Kilometer demontierte Strecke sind noch nicht wiederaufgebaut und auf 1332,8 Kilometer fehlt immer noch das demontierte zweite Gleis“, summiert Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands, auf. Unfreiwillig berühmt ist hier die Gäubahn zwischen Stuttgart und Zürich, auf der noch 70,9 Kilometer des zweiten Gleises fehlen. Aber selbst das Berliner S-Bahn-Netz ist bis heute betroffen.

Auch für diese Strecken fordern die Fahrgastvertreter ein Sonderprogramm. Dabei ist auf die übliche standardisierte Bewertung des Nutzens zu verzichten und das Planverfahren zu vereinfachen. Wo eine Strecke keinen Sinn mehr macht (etwa wegen geänderten Verkehrsströmen), sollten alternative Förderungen des öffentlichen Verkehrs der entsprechenden Regionen durchgeführt werden.

Eine Auflistung aller betroffenen Strecken ist unter diesem Link abrufbar.

Kontakt:

Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender, mobil: 0176-66822886, e-mail: lukas.ifflaender@pro-bahn.de

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender, mobil: 0172-2673784, e-mail: k.naumann@pro-bahn.de

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