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Bahnstreik: Fahrgastvertreter fordern verbindliche Streikfahrpläne – Tarifkonflikte nicht auf dem Rücken der Fahrgäste austragen

10. August 2021 | Von | Kategorie: Pressemitteilungen

Der angekündigte Streik im Bahn-Nahverkehr gefährdet die Rückgewinnung von Fahrgästen.

Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert den Umgang mit den Fahrgästen in Tarifkonflikten. So werden die Fahrgäste im aktuellen Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) weitgehend im Unklaren gelassen, auf welche Auswirkungen sie sich einstellen müssen. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert daher, dass bereits in Friedenszeiten verbindliche Streikfahrpläne vereinbart werden. Dr. Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, erklärt hierzu: „Für Fahrgäste ist es wichtig zu wissen, auf welches Angebot sie sich verlassen können.“

Die Planbarkeit ist für Fahrgäste auch bei Tarifkonflikten sehr wichtig. „Wir fordern die Einhaltung akzeptabler Vorlaufzeiten. „Fahrgäste müssen mindestens 48 Stunden vor Streikbeginn über die Dauer und die genauen Auswirkungen des Streiks informiert werden, damit sie gegebenenfalls auf andere Züge umplanen können“, erklärt Peter Simon Bredemeier, Bundesvorstandsmitglied des Fahrgastverbands PRO BAHN und fügt hinzu: „Es ist aktuell nicht mal bekannt, in welchen Regionen und auf welchen Strecken gestreikt werden wird.“

Wir Fahrgäste unterstützen gute Arbeitsbedingungen der Eisenbahner“, erklärt Iffländer und ergänzt: „Die Fahrgäste müssen verstärkt als Partner des Personals, auch in Tarifkonflikten, wahrgenommen werden.“

Jörg Bruchertseifer, Fachreferent für Fahrgastinformation, weist auf die Bedeutung der Fahrgastinformation, insbesondere bei Streiks, hin: „Nichts ist ärgerlicher als bei einem Streik auf einen Zug zu warten, der dann nicht verkehrt. Daher ist es gerade in geplanten Ausnahmesituationen wie einem Streik wichtig, konsistente, verlässliche und widerspruchsfreie Informationen in allen Fahrplanmedien frühzeitig bereitzustellen. Im Zeitalter des Internets erwarten Fahrgäste zuggenaue Informationen.“ Der Fahrgastverband PRO BAHN sieht hier sowohl die Gewerkschaften als auch die Eisenbahnunternehmen in der Pflicht.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert GDL und Deutsche Bahn auf, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen und eine Schlichtung durchzuführen. „Derzeit entsteht bei uns der Eindruck, dass sich Deutsche Bahn und GDL erstmal einigen müssen, über welche wahrgenommene Realität man verhandelt. Liest man die Pressemitteilungen beider Seiten, entsteht ein Eindruck wie im US-Wahlkampf 2016“, moniert Iffländer. „Ob beide Seiten ohne externe Hilfe wieder zusammenfinden können, ist aus unserer Sicht fraglich.“

Kontakt:

Peter Simon Bredemeier, Bundesschatzmeister, mobil: 0176-66167490, e-mail: simon.bredemeier@pro-bahn.de

Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender, mobil: 0176-66822886, E-Mail: lukas.ifflaender@pro-bahn.de 

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