Digitalisierung auch im Nahverkehr forcieren Fahrgastverband PRO BAHN fordert bundesweit einheitliche Fahrplan und Tarifauskünfte aller öffentlichen Verkehrsmittel

Der Fahrgastverband PRO BAHN ist erfreut darüber, dass das Thema Digitalisierung im Koalitionsvertrag einen hohen Stellenwert einnimmt und im Verkehrs-Ressort bleibt. Somit eröffnet sich die Chance, dass auch der Schienen- und der Öffentliche Personennahverkehr deutlich digitaler wird. Der neue Verkehrsminister muss auch für eine langfristig zuverlässige Finanzierung dieser Infrastruktur sorgen.

Ganz oben steht die verlässliche Fahrplanauskunft für alle Verkehrsmittel. „Zu einer Verkehrswende kann es nur kommen, wenn potentielle Fahrgäste auch über die angebotenen Fahrten Bescheid wissen und sie buchen können“, erklärt der Referent Fahrgastinformation des Fahrgastverbands PRO BAHN, Jörg Bruchertseifer, und ergänzt „der Fahrplan mancher Buslinie bleibt ein Geheimnis, wenn sie nicht in einer weit verbreiteten allgemein zugänglichen Auskunftsplattform (zum Beispiel DB Navigator) enthalten ist. Dies gilt ins besondere für zahlreiche On-Demand Angebote, die häufig nur in lokalen Medien oder Spezial-Apps enthalten sind.“

Gerade Stadtbewohner, die ohne Auto in die Region fahren wollen, sind auf diese Fahrplanauskünfte und Tarifinformationen angewiesen. Ohne gutes Marketing der letzten Meile im öffentlichen Verkehr fehlt ein entscheidendes Stück der durchgehenden Reisekette. Im Ergebnis wird die ganze Fahrt dann im PKW gemacht, selbst wenn es für 95 Prozent der Strecke eine gute und preiswerte Bahn- und Busverbindung gibt.

„Hier gibt es im Alltag noch sehr viele Informations-Lücken“ ergänzt Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN, „häufig gibt es gute Angebote, von denen der Fahrgast nichts erfährt, wenn er nicht die lokale Information kennt. Sollte er dann auf ein Taxi umsteigen, welches ordentlich Geld kostet, wird er sich beim nächsten Mal genau überlegen, den öffentlichen Verkehr wieder zu nutzen.“

Der Fahrgastverband PRO BAHN verkennt nicht, dass es bereits regional gute Ansätze gibt, wie Mobility inside beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), bei der NVBW oder im Bayern-Fahrplan. Parallelentwicklungen, die dann ausschließlich regional angeboten werden, kosten insgesamt deutlich mehr Geld als eine Gesamtlösung, die alle, wirklich alle Verkehrsmittel beinhaltet. Zusätzlich ist der App-Zoo eine große Einstiegsbarriere für die Nutzung dieser Angebote. Hier muss der neue Minister für Verkehr und Digitales für entsprechende Bundes-Regelungen sorgen. Volker Wissing hat in Rheinland-Pfalz in manchen Punkten schon gezeigt, was möglich ist.

Kontakt:

Dr. Lukas Iffländer – stellvertretender Bundesvorsitzender, mobil: 0176-66822886, e-mail: lukas.ifflaender@pro-bahn.de

Karl-Peter Naumann – Ehrenvorsitzender, mobil: 0172-2673784, e-mail: k.naumann@pro-bahn.de