Aus Sicht des Fahrgastverbands PRO BAHN hat sich Anna-Theresa Korbutt sehr um den Klimaschutz verdient gemacht. Sie hat mit enormer Dynamik die Einführung des Deutschlandtickets vorangetrieben und eine Menge dicker Bretter beim ältesten Verkehrsverbund Deutschlands gebohrt, dem nunmehr 60 Jahre alten HVV. Sie hat frischen Wind gebracht und eine Menge wichtiger Innovationen angestoßen und vor allem unermüdlich für das digitale Deutschlandticket eingesetzt.
Wenn man sich die Erfolge anschaut, insbesondere die wachsenden Fahrgastzahlen und die erhebliche Verkehrsverlagerung, kann man nur zum Ergebnis kommen, dass das ihre privaten Emissionen um ein Vielfaches kompensiert. Mit ihrer Art hat sie auch Widerstände erzeugt, aber für uns zählen die Ergebnisse und sie hat sich in der Breite unseres Verbandes einen großen Respekt erarbeitet.
Auch wir würden uns wünschen, dass Frau Korbutt ihren Wohnsitz permanent nach Hamburg verlegt. Aber das ist ihre Privatsache und für eine Mutter mit drei kleinen Kindern geht das Kindeswohl vor. Es ist sogar wirklich erfreulich, wie gut Frau Korbutt Kinder und Leitungsfunktion vereinbaren kann.
Es ist für uns kein Widerspruch, dass sie mehrmals im Jahr den Flieger benutzt und gleichzeitig die Mobilitätswende vorantreiben soll.
Wir begegnen bei unserer Arbeit einer Menge Menschen, die einen vollen Terminkalender haben und eine große Zahl an Kontakten pflegen müssen. Dass diese Menschen das Flugzeug nutzen, ist für uns nicht verwerflich. Die Mobilitätswende bedeutet nicht, dass der Bundeskanzler oder Aufsichtsratschefinnen aus dem Homeoffice arbeiten sollen. Warum sollte etwas anderes für die Chefin eines Verkehrsverbundes mit mehr als einer Milliarde Fahrgäste im Jahr gelten?
Und auch wir würden uns wünschen, dass Frau Korbutt internationale Strecken mit der Bahn fährt. Aber kaum einer weiß so gut wie wir, dass das für jemanden mit einem so vollen Terminkalender nicht einfach so möglich ist. Das deutsche Schienennetz ist völlig überlastet, der Investitionsstau löst Baustellen aus, die den Fernverkehr erheblich einschränken und es fehlt die Kapazität für Nachtzüge. Frau Korbutt alleine kann das nicht ändern, denn ihr Wirkungskreis ist der Hamburger Verkehrsverbund. Wenn die Hamburger CDU hier etwas bewegen möchte, sollte sie ihre Bundespartei zumindest dazu bringen, alleine die bereits geplanten Investitionen in die Schiene endlich nachhaltig zu finanzieren.
Es wäre kein Gewinn für den Klimaschutz, wenn Frau Korbutt gehen oder ihr Familienleben einschränken müsste. Es wäre ein Gewinn, wenn sie ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen kann.
Kontakt:
Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender und Pressesprecher des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0172-2673784, e-mail: k.naumann@pro-bahn.de
Stefan Barkleit, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0151-51462156, e-mail: barkleit@pro-bahn-sh.de
Mathias Bölckow, Vorsitzender des PRO BAHN-Regionalverbandes Hamburg und Umgebung, mobil: 0176-49226044, e-mail: boelckow@pro-bahn-sh.de
