Fehmarnbelt: Autos werden zuerst durch den Tunnel rollen – So geht Verkehrswende nicht

Mit großer Enttäuschung musste der Fahrgast PRO BAHN vernehmen, dass die Menschen, die die umweltfreundliche Bahn nutzen, wieder einmal das Nachsehen haben. Beim Fehmarnbelt-Tunnel soll der Bahnteil erst nach dem Auto-Teil fertig gestellt werden. Das setzt ein Muster fort: Wieder einmal sind bei einem internationalen Bahnprojekt die Nachbarn fertig, während die Deutschen gerade gestartet sind.

„Für alle Menschen, die sich für die Verkehrswende einsetzen ist das ein Schlag ins Gesicht“, erklärt Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN und Pressesprecher des Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg. „Wenn man die Bahn als Verkehrsmittel attraktiver machen, darf sie nicht der Straße hinterher hinken.“

Künftig ist man mit dem Auto 2 Stunden schneller in Kopenhagen als mit der Bahn, die dann immer noch den Umweg über Jütland nehmen muss – da darf man sich nicht wundern, wenn mehr Menschen das Auto nutzen.

Während der Bund die Autobahn A1 auf dieser Route immer weiter ausbauen ließ und lässt, war sein Interesse an der Schiene sehr zurückhaltend. Dies hat vor alle Auswirkungen auf den Güterverkehr, wie Stefan Barkleit, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, erläutert: „In der Logistik ist Zeit Geld und Spediteure nutzen daher vornehmlich den schnelleren Weg – die Straße – und das wird mit dem verspäteten Bahn-Tunnel weiter zu Lasten des Systems Eisenbahn gehen.“

Wenn die Verzögerung des Bahntunnels mit sich hinschleppenden Genehmigungsverfahren und fehlendem Baufortschritt begründet wird, hat der Bund hier doch alle Hebel in der Hand. Schließlich er setzt er dieses Recht und ist auch Eigentümer der DB InfraGO, die hier baut.

„Es ist zu kurz gedacht, die Verantwortung wieder bei der bösen Bürokratie zu abzuladen. Denn gerade das vielgescholtene Umweltrecht ist oft Europarecht – und das mussten die Dänen auch beachten. Wenn in Deutschland ein Projekt scheitert, dann am fehlendem Willen und – vor allem – am fehlenden Geld“, so Jan Niemeyer, stellvertretender Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg. Niemeyer weiter: „Die Bundesregierung ist jetzt hier in Pflicht, mit einer gesicherten Finanzierung und einem besseren rechtlichen Rahmen eine zügige Fertigstellung der Hinterlandanbindung zu sichern.“

Soll die Bahnverbindung durch den Fehmarnbelt-Tunnel nicht die zweite Geige spielen und will sich die Bundesrepublik nicht bei einem weiteren internationalen Projekt blamieren, muss jetzt Dampf gemacht werden.

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN und Pressesprecher des Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0172-2673784, e-mail: k.naumann@pro-bahn.de

Stefan Barkleit, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0151-51462156, e-mail: barkleit@pro-bahn-sh.de

Jan Niemeyer, Mitglied des Landesvorstandes des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0157-92358603, e-mail: niemeyer@pro-bahn-sh.de