Das aufwändige Studieren von Fahrplanbüchern vor Reiseantritt ist längst Vergangenheit, die elektronische Fahrplanauskunft gehört zum Alltag. So ist der DB Navigator heute eine der meistgenutzten Apps in Deutschland: einfach und schnell, mit allen Umstiegen und schon lange einschließlich vieler innerstädtischer und regionaler Nahverkehre.
Die Verkehrsverbünde, so auch der HVV, bieten dem Fahrgast ebenfalls eine App für ihren Verbund, in der der Fahrgast Preise eruieren und auch Verbund-Fahrkarten kaufen kann. Ein weiteres Plus: Die Zeiten sind Echtzeitdaten, das heißt, Verspätungen, Umleitungen und Ausfälle werden angezeigt. In der Regel werden auch sinnvolle Alternativen angeboten, so zum Beispiel eine kürzere Fahrzeit mit Umsteigen und dazu eine längere Fahrzeit mit einer Direktfahrt. Fußwege vom Startpunkt und zum Ziel werden adressscharf und häufig mit einem Straßenplan angezeigt.
So finden wir in Schleswig-Holstein die „NAH.SH“-App, in der Lausitz die ZVON-App. In Hamburg wundert sich der Fahrgast, weil ihm zwei Apps des HVV angeboten werden. Sind es identische Daten, die hier angezeigt werden oder gibt es Unterschiede? Der uninformierte Fahrgast weiß es nicht. Sie können sich aber ausrechnen, dass zwei Apps durch Programmierung und Wartung in etwa doppelt so viel kosten wie eine. Offensichtlich wird hier Geld ausgeben, dass an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden kann. Der mit dem Hintergrund vertraute Fahrgast kennt die Gründe, was das Ganze nicht sinnvoller macht. Auch er fragt sich, warum der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg diese unsinnigen Ausgaben zulässt und kein Machtwort spricht. Viele der im vorigen Absatz erwähnten App-Funktionen werden in den beiden Apps in unterschiedlicher Art und Qualität dargestellt: Wie nicht angezeigte Bus-Umleitungen und sinnvolle Alternativangebote.
„Es wäre zweifelsfrei sinnvoller, die vorhandenen Gelder und Ressourcen zu bündeln”, so Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN und Pressesprecher des Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, „so dass die Echtzeit und der genaue Laufweg auch bei Umleitungen und Störungen immer korrekt angezeigt werden.“
Jüngste Pannen bei der HVV switch-App zeigen, dass es wichtig ist, das Geld in eine sicher funktionierende App zu investieren. „Es zeugt nicht von Qualität, wenn sich alle registrierten Fahrgäste neu registrieren müssen“, ergänzt Mathias Bölckow, stellvertretender Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg. „Schlimmer ist noch, wenn gelöste und bezahlte Fahrkarten plötzlich aus der App verschwinden.“
Für uns Fahrgäste ist eine voll funktionierende und eine leicht zu bedienende HVV-App wichtig. Zwei parallele HVV-Apps sind Verschwendung, vor allem, wenn sie nicht optimal funktionieren. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg ist gefordert, eine (!) Lösung durchzusetzen.
Kontakt:
Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN und Pressesprecher des Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0172-2673784, e-mail: k.naumann@pro-bahn.de
Stefan Barkleit, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0151-51462156, e-mail: barkleit@pro-bahn-sh.de
Mathias Bölckow, stellvertretender Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0176-49226044, e-mail: boelckow@pro-bahn-sh.de
