Bauarbeiten im Streckenabschnitt südlich von Karstädt am 06.08.2025; Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Verlängerung der Sperrung Hamburg – Berlin

Für die Fahrgäste hätte es deutlich schlimmer kommen können. Die DB hat heute, am 11. März, und damit zwei Tage früher als angekündigt, ihr Konzept für die winterbedingte Verlängerung der Bauarbeiten zwischen Hamburg und Berlin und deren weitere Auswirkungen vorgestellt. Nun müssen auch die neuen Fahrpläne schnellstmöglich veröffentlicht werden.

Die gute Nachricht: An der Sperrung zwischen Hamburg, Lüneburg und Celle wird sich zeitlich nichts ändern, auch bei einem anderen Baukonzept. „Hier müssen die Fahrgäste nicht umplanen und können davon ausgehen, dass am 10. Juli die Belastungen durch die Ersatzverkehre planmäßig enden“, erklärt Malte Diehl, PRO-BAHN-Landesvorsitzender für Niedersachsen/Bremen. „Die Entscheidung, einzelne Maßnahmen auf die Generalsanierung 2029 zu verschieben, ist bedauerlich, aber unvermeidlich, wenn man die Planungen nicht komplett über den Haufen werfen möchte. Der verkehrliche Nutzen der Qualitätsoffensive sinkt dadurch aber erheblich.“

Dass die Sanierung zwischen Hamburg und Berlin sechs Wochen länger dauert, war in diesem Ausmaß zu erwarten. Positiv sieht der Fahrgastverband PRO BAHN, dass die DB unseren Vorschlag aufgegriffen hat, den Abschnitt Hamburg – Hagenow Land am 15. Mai und damit früher als den Rest wieder in Betrieb zu nehmen.

„Somit können Reisende nach Schwerin oder Rostock wieder bequem und direkt mit dem Zug fahren. Mehr noch werden sich viele Pendler mit dem Ziel Hamburg freuen, dass sie nur 14 Tage länger die Ersatzverkehre nutzen müssen“, kommentiert der PRO BAHN-Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Gerade die Pendler leiden derzeit unter den Schlechtleistungen des Ersatzbus-Betreibers Ecovista. Hier müssen die Bahnen, die Ecovista beauftragt haben, ihren Druck erhöhen, damit die bestellte Qualität wieder erreicht wird. Der Fahrgastverband PRO BAHN wird dazu noch Stellung beziehen.

Neben den wieder durchfahrenden Zügen zwischen Hamburg, Schwerin, Rostock und Stralsund müssen sich vor allem die Mecklenburger auf ein paar Veränderungen einstellen. Die Strecke Lübeck – Bad Kleinen wird jetzt erst am 15. Mai statt am 01. Mai gesperrt, wenn die Züge nach Rostock wieder durchgehend verkehren können. Da Güterzüge in Richtung Berlin/ Polen vermehrt über Güstrow fahren, wird der RE 5 (Rostock – Berlin) nicht über Güstrow geführt. Dafür hält der RE 85 (Berlin – Schwerin) in Güstrow. Auch diese Entscheidung ist nachvollziehbar und wird hoffentlich Verspätungen durch die eingleisigen Abschnitte minimieren.

Damit es in Zukunft solche Winterpannen nicht mehr gibt, sollen die Generalsanierungen nicht vor Februar beginnen, so dass Neubauten – nach den Abrissarbeiten – in den frostfreien Zeiten erfolgen.  Außerdem sollte zukünftig noch mehr Puffer eingeplant werden; es ist für die Fahrgäste besser, eine Sperrung vorzeitig zu beenden, als sie zu verlängern. Dass zwei benachbarte Magistralen direkt nacheinander gesperrt werden, sollte auch dringend infrage gestellt werden und standardmäßig nicht mehr vorkommen, um die Auswirkungen von Verzögerungen geringzuhalten.

Unser Fazit: DB InfraGo versucht, aus der Situation das meiste herauszuholen und die Maßnahmen jetzt mit deutlich mehr Blick auf die Fahrgäste zu planen. Noch besser wäre es, wenn bereits einen Tag früher – am 14. Mai – die Strecke bis Hagenow und damit nach Rostock an die Ostsee wieder frei wäre. Der 14. Mai ist Himmelfahrt mit erwartetem großen Verkehrsaufkommen.

Kontakt:

Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN und Pressesprecher des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0172-2673784, e-mail: k.naumann@pro-bahn.de

Stefan Barkleit, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0151-51462156, e-mail: barkleit@pro-bahn-sh.de

Malte Diehl, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Niedersachsen/ Bremen, mobil: 0152-04860066, e-mail: malte.diehl@probahn-ol-hb.de

Marcel Drews, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, mobil: 0172-3617193, e-mail: m.drews@m-v.pro-bahn.de

Martin Pogatzki, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Berlin/ Brandenburg, mobil: 0172-8788300, e-mail: martin.pogatzki@pro-bahn-berlin-brandenburg.de