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Antworten auf die Verkehrspolitischen Wahlprüfsteine zur Wahl der Hamburgischen Bürgerschaft am 23. Februar: Themenfeld Vernetzung

20. Februar 2020 | Von | Kategorie: Themen

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat im Vorfeld der Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft in 11 Themenfeldern insgesamt 72 Wahlprüfsteine erstellt. Lesen Sie hier die Antworten der verkehrspolitischen Sprecher der in der Hamburger Bürgerschaft vertretenen Parteien zum Themenfeld Vernetzung:

Wie wollen Sie die Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger des ÖPNV (Bus, Expressbus, S-Bahn, U-Bahn) mit dem Individualverkehr (Fußverkehr, Radverkehr) verbessern?

AfD: Auch hier wurde und wird mit dem Ausbau des B+R, aber auch der Einführung der HVV-App, welche in Sekunden verschiedenste Verbindungsvarianten vorschlagen kann, bereits hilfreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht. Einrichtungen wie IOKI und das Stadtrad tragen auch ihr Teil zur Vernetzung bei.

Manko ist die Taktrate (siehe Antwort zu 1.) bei Bus und Bahn und die Zuverlässigkeit.

Bündnis 90/ Die Grünen: Wir wollen den Umweltverbund ganzheitlich betrachten und planen. Wir wollen die Alternativen zum eigenen Auto fördern. Dazu gehört auch, sich ein Auto mieten zu können, wenn man ein Auto braucht. Wir wollen das Carsharing weiter ausbauen und das Netz von Switchh und StadtRAD auf ganz Hamburg ausweiten und verdichten.

Die Linke: Zwischen den Verkehrsmitteln sollen die Umsteigesituationen optimiert werden. Dazu gehören ausreichende Fahrradstellplätze im Umfeld der Haltestellen und kurze Wege zu weiterführenden Verkehrsmitteln. Insbesondere an älteren Bahnhöfen von S- und U-Bahnen sollten zusätzliche Zugänge gebaut werden. Als Beispiel sei der Bahnhof Friedrichsberg genannt: ein Zugang vom Greta-Zabe-Weg zum nördlichen Bahnsteigende würde die Zugänglichkeit für die Bewohner_innen der Neubauten auf dem ehemaligen Krankenhausgelände deutlich verbessern.

FDP: Der HVV muss Daten zu Ticketverkäufen und Fahrzeugpositionen über eine API Schnittstelle öffentlich zugänglich machen, sodass ein echter Wettbewerb zwischen den Verkehrsapps möglich wird. Nur durch einen konstruktiven Wettbewerb, kann sich das Onlinesystem nachhaltig weiterentwickeln und verbessern. Eine Datenhoheit von einzelnen Unternehmen, schadet dem Fortschritt. Ziel muss sein, die Nutzbarkeit der Verkehrsträger und Verkehrsarten, durch eine Verknüpfung der Daten, bestmöglich zu optimieren.

SPD: Beim Ausbau des Radverkehrs steht für uns die Alltagstauglichkeit besonders im Fokus: die Erreichbarkeit der Ortszentren und die Erreichbarkeit der Haltestellen von U- und S-Bahnen, um bequem und sicher auch per Fahrrad Anschluss an das schienengebundene Nahverkehrsnetz zu erhalten. Mit einem eigenen Bike+Ride-Konzept machen wir die Kombination von Fahrrad mit Bus-und Bahn noch komfortabler. Bis 2025 wird die Zahl der Fahrradstellplätze auf insgesamt 28.000 wachsen. An vielen Haltestellen sind die neuen Anlagen bereits heute sichtbar und nutzbar.

In den nächsten Jahren werden wir das StadtRAD-Netz um 145 Stationen erweitern und auf das gesamte Stadtgebiet ausdehnen. 12.000 zusätzliche Fahrradstellplätze werden an U- und S-Bahnhöfen geschaffen.

Moderne Mobilität lebt vom cleveren Mobilitätsmix. Switchh ermöglicht allen Kundinnen und Kunden des HVV mit Abonnement, Proficard oder Semesterticket einen einfachen Zugang zu zusätzlichen Angeboten wie StadtRAD und CarSharing-Anbietern über eine gemeinsame App zum Sparpreis. Bislang gibt es 72 switchh-Punkte für CarSharing-Fahrzeuge an Schnellbahnstationen und in dichtbesiedelten innenstadtnahen Quartieren. Wir werden weitere switchh-Punkte im Stadtgebiet bauen.

Neuartige Mobilitätsangebote wie plattformbasierte Shuttle-Dienste bieten die Möglichkeit, die Angebote des öffentlichen Verkehrs weiter auszubauen und in die Fläche auszudehnen. Der öffentliche Verkehr kann so nachhaltiger und effizienter gestaltet und individuelle Mobilität ohne eigenes Auto verbessert werden. Hamburg ist bei der Erprobung derartiger Angebote wie zum Beispiel ioki (in Lurup und Osdorf sowie Billbrook) und MOIA ganz vorne mit dabei. Wir wollen, dass solche Angebote in den kommenden zehn Jahren als Ergänzung zum HVV verfügbar sind. Hierzu entwickeln wir mit der Hochbahn und der S-Bahn eigene Konzepte und suchen den Dialog mit neuen Anbietern.

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