PRO BAHN zur Stadtbahn Hamburg

Nachdem der Pulverdampf vom Ende der ersten Schwarz-Grünen Koalition verzogen ist und Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus soeben betont hat, dass an der Stadtbahn kein Weg vorbei führt, ist eine Standortbestimmung des Hamburger Stadtbahnprojektes angezeigt:
1.
Die aktuelle Stadtbahnplanung ist nach Auffassung von Pro Bahn die bestmögliche Antwort auf die  ständig steigenden Mobilitätsansprüche der Hamburger Bürger. Die Vorgaben der Behörde Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und die entsprechenden Planungen und Berechnungen der Hamburger Hochbahn sind in sich schlüssig und ausgewogen. Der Kostenansatz erscheint im westeuropäischen Vergleich sogar leicht erhöht und bestätigt letzten Endes die Sicherheit und Seriosität der Finanzplanung von BSU und Hochbahn.
2.
Mit der Wahl der Anfangsstrecke von Bramfeld Dorfplatz zum U-Bahnhof Kellinghusenstraße wird nicht nur die für einen reibungslosen Stadtbahnbetrieb unerlässliche Infrastruktur am Gleisdreieck beim Rübenkamp gut erschlossen, sondern auch eine relativ kurze Strecke mit überproportionalem Wirkungsgrad und im Gegensatz zu den Busverbindungen mit maximaler betriebswirtschaftlicher Effizienz eröffnet. 
3.
Der Streckenabschnitt Bramfeld Dorfplatz-Jahnring und damit der überwiegende Teil der planfestzustellenden Stadtbahntrasse ist unstrittig und wird von der dortigen Bevölkerung mehrheitlich begrüßt. Darüber hinaus ist dieser Streckenabschnitt relativ einfach zu realisieren, erreicht unter stadtplanerischen Gesichtspunkten eine erhebliche Aufwertung der durchfahrenen Gebiete und bewältigt den Großteil der anstehenden Mobilitätsansprüche aller von der Strecke berührten Wohnungs- und Arbeitsplatzstandorte.
4.
Der Streckenabschnitt Ohlsdorfer Straße-U-Bahn Kellinghusenstraße gilt zwar bei den Anwohnern als umstritten, trägt aber nach Auffassung von Pro Bahn maßgeblich dazu bei, dass auf der nur 7,7 Kilometer langen Anfangsstrecke eine hohe Funktionalität zwischen mehreren Siedlungsschwerpunkten und drei Schnellbahnlinien erreicht wird. Dem immer wieder gegen die Stadtbahn geäußerten Argument, dass kein Mensch von Bramfeld zur Kellinghusenstraße wolle, muss man entgegenhalten, dass der U-Bahn-Ring auch nicht fragwürdig ist, nur weil kein Mensch 38 Minuten im Kreis fahren will.
5.
Die CDU favorisierte in der Bürgerschaftskoalition im Gegensatz zur GAL als erste Stadtbahnstrecke eine Verbindung Rahlstedt-Osdorf. Der Teilstreckenverlauf Jahnring-Osdorf – Erläuterung siehe Anhang – hätte nach Auffassung von Pro Bahn neben der M5-Grindelstrecke die höchste Priorität, weil sämtliche nach Hamburg einstrahlenden Schnellbahnlinien cityfern verknüpft werden, die Verknüpfungen daher stark Innenstadt-entlastend wirken und neben Steilshoop der anderen Großsiedlung Osdorfer Born die schnellste aller möglichen Schienenanbindungen bereit gestellt wird. Hinzu kommt, dass die Arenen von Norden, also vom Bereich der Arbeitsplätze her, schnell und ohne die bei der bisherigen Planung notwendige Stichstrecke erschlossen werden.
Fazit
Die jetzt geplante Anfangsstrecke der Stadtbahn ist mit Ausnahme des umstrittenen Streckenabschnittes über den Winterhuder Markt bereits Bestandteil der von der CDU favorisierten Querlinie Osdorf-Rahlstedt. Diese Querlinie könnte nach Auffassung von Pro Bahn als hervorragender Kompromiss wesentlich zur Befriedung der aufgeheizten Stadtbahnstimmung beitragen und in allen Parteien das zur Erhaltung der Mobilität und ÖPNV-Wirtschaftlichkeit dringend notwendige Stadtbahnprojekt absichern.
Anhang
Trassenverlauf der Streckenergänzung Osdorf-Jahnring
Die Erschließung der Großsiedlung Osdorf über die Straße Bornheide ist alternativlos. Die Heranführung der Stadtbahn über den südlichen Abschnitt bietet eine Verlängerungsoption zum Schenefelder Platz und der Weg über den nördlichen Bereich würde eine Weiterführung zum S-Bahnhof Klein Flottbek ermöglichen.
In beiden Fällen wird auf der Trasse entlang der Arenen über Farnhornweg und Binsbarg der S-Bahnhof Stellingen in zehn Minuten Fahrzeit erreicht. Hinter Stellingen und weiteren fünf Minuten Fahrzeit über Volksparkstraße, Sportplatzring und Koppelstraße wird der U-Bahnhof Hagenbecks Tierpark passiert und nach abermals vier Minuten Fahrzeit erfolgt die Ankunft im neuen Stadtbahnknoten Siemersplatz. Weiter geht es in fünf Minuten Fahrzeit über Osterfeldstraße, Lokstedter Weg und Tarbenbekstraße in das östliche Ende der Martinistraße, wo ausreichend Platz für einen stadteilprägenden Umsteigeknoten mit der Altonaer Stadtbahnlinie vorhanden ist.
Nach weiteren vier Minuten Fahrzeit wird über die nördliche Eppendorfer Landstraße und Meenkwiese schon der U-Bahnhof Lattenkamp  erreicht und nach zwei Minuten über die Straßen Lattenkamp und Braamkamp die planfestzustellende Stadtbahntrasse im Jahnring. Die Gesamtfahrzeit dieser etwa 12 Kilometer langen Stadtbahnstrecke von Osdorf zum Jahnring beträgt also genau 30 Minuten und wäre eine hocheffektive und sehr ernst zunehmende Ergänzung der aktuellen Trassenplanung.
Rückfragen bitte an:
Dieter Doege
Pro Bahn e. V.
Referatsleiter Stadtbahn Hamburg