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Fahrgastverband PRO BAHN: Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Schleswig-Holstein grundlegend und zügig ausbauen

In der kommenden Woche werden voraussichtlich die Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierungskoalition in Schleswig-Holstein beginnen. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert die potentiellen Koalitionspartner auf, einen grundlegenden und zügigen Ausbau des straßengebundenen Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu einem Kernziel der Verkehrspolitik des neuen Koalitionsvertrages zu machen. Aus unserer Sicht sind insbesondere die Ergänzung des schienengebundenen Nahverkehrs-Grundnetzes mit einem Landesbus-Netz sowie die Erschließung der ländlichen Räume mit Alternativen Bedienungsformen, Bürgerbussen und Fahrradverleih-Systemen energisch voranzutreiben.

„Auf zahlreichen Relationen kann die Schiene in Schleswig-Holstein keine Netzwirkung (mehr) erfüllen, weil einst vorhandene Bahnstrecken stillgelegt, abgebaut und entwidmet worden sind oder weil es historisch gewachsen keine Bahnstrecken gegeben hat“, sagt Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN und Pressesprecher des Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg. „Daher haben wir schon im Jahr 2019 die Einführung eines Landesbus-Netzes vorgeschlagen, um das schienengebundene Nahverkehrs-Grundnetz zu einem landesweiten Nahverkehrs-Grundnetz weiterzuentwickeln.“

Konkret schlägt der Fahrgastverband PRO BAHN vor, dass das Land Schleswig-Holstein und die NAH.SH in Kooperation mit den Kreisen und kreisfreien Städten ein Landesbus-Netz mit insgesamt 28 Linien einführen, von denen 24 innerhalb von Schleswig-Holstein und Hamburg sowie 4 darüber hinaus nach Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern verkehren. Des Weiteren sollten auch Linien nach Dänemark geprüft werden. In Anlehnung an das schienengebundene Nahverkehrs-Grundnetz sollte auf diesen Linien mindestens ein 60-Minuten-Takt, besser ein 30-Minuten-Takt angeboten und die Finanzierung über die schon heute für den straßengebundenen ÖPNV verwendeten Regionalisierungsmittel gesichert werden.

„Ein weiterer zentraler Bestandteil des Ausbaus des ÖPNV ist der flächendeckende Auf- und Ausbau des Angebotes mit Alternativen Bedienungsformen, um die Erschließung der ländlichen Räume grundlegend zu verbessern“, so Stefan Barkleit, Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg. „Nur mit einer Kombination aus landesweitem Nahverkehrs-Netz, kreisweiten Buslinien-Grundnetzen und flächendeckend eingeführten Alternativen Bedienungsformen wird es gelingen, den ÖPNV zu einer nutzbaren Alternative zum MIV zu entwickeln und mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu überzeugen.“

Der Fahrgastverband PRO BAHN erinnert daran, dass CDU, Grüne und FDP im Landtagswahlkampf eine Mobilitätsgarantie versprochen haben – die CDU möchte „alle Orte … von 06.00 bis 24.00 Uhr“ erreichbar machen, die Grünen möchten „täglich von 06.00 bis 23.00 Uhr alle Menschen“ verbinden und die FDP möchte „im ländlichen Raum an allen Wochentagen und zu allen Tageszeiten ein Angebot vorhalten, das auf Abruf und mit einer Vorlaufzeit von einer Stunde die Mobilität aller Bürgerinnen und Bürger gewährleistet.“

Ein Vorbild für den flächendeckenden Auf- und Ausbau des Angebotes mit Alternativen Bedienungsformen kann der Kreis Plön sein, der im gesamten Kreisgebiet ein Angebot mit Anruflinientaxen (ALFA) eingeführt hat. Die als ALFA angebotenen Fahrten ergänzen montags bis freitags nachmittags bis abends sowie samstags und sonntags ganztägig die mit Linienbussen angebotenen Fahrten. Das Angebot mit ALFA sieht montags bis freitags einen 60-Minuten-Takt sowie samstags und sonntags mindestens einen 120-Minuten-Takt vor. Fahrgäste können sich bis 60 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt telefonisch ihre ALFA bestellen.

Des Weiteren sind zur Erschließung der ländlichen Räume in den Regionen, in denen durch ehrenamtliches Engagement die Voraussetzungen dafür gegeben sind, die Einführung von Bürgerbus-Systemen zu fördern und der flächendeckende Auf- und Ausbau von Fahrradverleih-Systemen zu initiieren.

Kontakt:

Karl-Peter Naumann – Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN und Pressesprecher des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0172-2673784, e-mail: k.naumann@pro-bahn.de

Stefan Barkleit – Vorsitzender des PRO BAHN-Landesverbandes Schleswig-Holstein/ Hamburg, mobil: 0151-51462156, e-mail: barkleit@pro-bahn-sh.de

Jan-Niemeyer – Mitglied des PRO BAHN-Landesvorstandes, mobil: 0157-92358603, e-mail: niemeyer@pro-bahn-sh.de